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Redaktion Espresso / Lokalzeit /
Thema: Sommerschuh Ausstellung in Springe eröffnet
Sendetermin: SO 04.08.02, 13:22 Uhr

Anmoderation:
In ihren Bildern verbindet sich Realistisches mit Surrealem. Marion Sommerschuh hat mit vielen Ausstellungen bereits über die Grenzen der Region hinaus Beachtung gefunden. Heute wurde im Springer Museum auf dem Burghof eine Ausstellung mit Aquarellen der Künstlerin eröffnet. Christoph Huppert, den ich jetzt am Telefon begrüße, hat an der Vernissage teilgenommen. Guten Morgen Christoph, Guten Morgen xy. Christoph, wie gut war denn die Ausstellungseröffnung besucht?

Nun xy, der Vorsitzende des Museumsvereins, der Althistoiker Prof. Horst Callies, zeigte sich mit dem Besuch überaus zufrieden, und in der Tat drängten sich im Forum des Museums auf dem Burghof etwa 50 bis 60 Gäste, die gekommen waren, um sich die Bilder von Marion Sommerschuh anzuschauen. Aber wie immer, wenn im Springer Museum eine Kunstausstellung eröffnet wird, gab es natürlich auch etwas Besonderes, in diesem Fall war die musikalische Umrahmung ganz besonders erwähnenswert. Eigens aus Hannover gekommen war nämlich die Harfinistin Isabel Moreton Achsel, die mit zwei Stücken von Jacques Ibert für die notwendige Besinnlichkeit sorgte. Dieses Engagement war ein Glücksgriff, denn was Moreton Achsel auf ihrem Instrument hervorzauberte, das beeindruckte ungemein.

Nun wird bei derlei Gelegenheiten meist auch immer eine mehr oder weniger bedeutende Rede gehalten. War das in Springe auch der Fall?

Aber ja. Erfrischend kurz und vor allem fern jeder abgehobenen Kunstkritik und Kunsttheorie hielt Bernd Hundertmark, der Vorsitzende des Fördervereins der Landesbühne Hannover, eine kleine Einführung in das Werk der Künstlerin. Die üblichen Daten zum bisherigen Lebenslauf der 1961 in Mainz geborenen und jetzt der Liebe wegen in Rethen bei Hannover lebenden Künstlerin, schon als Kind habe sie die Liebe zur Malerei entwickelt und nach einigen Aquarellkursen habe sie dann im wesentlichen autodidaktisch weitergemacht. Es gelang Hundertmark, der im Hauptberuf Eventmanager ist, in wenigen Worten das Charakteristische von Sommerschuhs Kunst einzufangen: Landschaft, Surreales und Erotik sind ihre drei Hauptthemen. Auf die Suche nach komplexen Symbolen braucht sich der Betrachter nicht zu machen, denn Sommerschuh will mit ihren Bildern den Betrachter vor allem von den Alltagsnöten ablenken. Also keine penetrane Belehrung, keine message, keine Welterklärungsversuche. In Farbe umgesetzte Fantasie, Ablenkung von Alltagssorgen, Spaß am Leben und an der Kunst, das ist Sommerschuhs Anliegen. Hundertmark zitierte Picasso, nach dem Kunst heißt, sich den Staub des Alltags von der Seele zu wischen. Genau das passiere in Sommerschuhs Bildern.

Aquarelle hast Du gesagt, ist das Sommerschuhs hauptsächlich angewandte Technik?

Der Begriff Aquarell, bei dem man ja doch immer gleich an die vermischte Nass-in-Nass-Technik denkt, ist absolut mißverständlich. Sommerschuh verwendet nämlich überwiegend deckende und ungemischte Farben, die sie scharf kontrastierend gegeneinander setzt. Klare Linien, dick aufgetragene Farben in Rot, Blau, Grün, Gelb kennzeichnen ihren eigenwilligen Stil. Die dargestellten Gegenstände nimmt sie aus der Realität freiich nicht ohne sie zu verfremden, da wachsen Pinsel aus den Händen, oder eine Frau auf dem Barhocker verwandelt sich irgend wie in einen Baum. Man fühlt sich als Betrachter an Magritte oder Dali erinnert. Sommerschuh aber begeistert sich für Niki de Saint Phalle, die Jahrhundertkünstlerein, die Hannover die Nanas geschenkt hat und jetzt Ehrenbürgerin der Landeshauptstadt geworden ist. Mit ihr ist Sommerschuh einmal zusammen getroffen, eine Begegnung, die sie nachhaltig geprägt hat.

Wie erschließen sich Sommerschuhs Bilder denn dem Betrachter?

Ich glaube ganz unmittelbar, denn um die Bilder zu verstehen, braucht man keine große Anleitung. Während etwa bei einem Meisterwerk aus dem Barock nun doch erebliche Vorkenntnisse notwendig sind, erschließen sich Sommerschuhs Bilder eigentlich beim ersten Blick, und sie faszinieren auf den ersten Blick. Sie verstrahlen eine Fröhlichkeit, die gut zur sommerlichen Stimmung passt, eine Nachsommerausstellung sozusagen im Museum auf dem Burghof, wo die Ausstellung, die vor wenigen Minuten eröffnet wurde, noch bis zum 1.9. zu sehen ist, jeweils DI bis DO von 10 bis 13 und 14 bis 16 Uhr. Am SO von 10.30 bis 16 Uhr steht die Künstlerin jeweils zu Gesprächen zur Verfügung.  Ich kann sagen, es lohnt sich, denn die Malerin Marion Sommerschuh läßt dem Betrachter viel Freiraum, engt ihn nicht ein. So macht das Anschauen Spaß.

Mod.:
Christoph Huppert mit einem Bericht über die Eröffnung der Ausstellung mit Bildern von Marion Sommerschuh im Springer Museum auf dem Burghof. Andere haben das Sommerloch, im Springer Museum macht man Sommer mit Werken von Marion Sommerschuh. Danke Christoph.